Warnung vor Bluewin – Falsche Spameinordnung

Probleme mit falscher Spam­zuordnung sind nichts Neues. Seit Jahren hatten Kunden von mir, die Bluewin nutzen, Schwierig­keiten mit dem Mailempfang. Aus unver­ständ­lichen Gründen sind persönliche und geschäft­liche Nachrichten nicht ange­kom­men oder im Spam­ordner gelandet.

Teilweise konnte der Support von Bluewin die Gründe erklären. Immerhin: Bei Bluewin kann man den Support tat­säch­lich erreichen und erhält Ant­wor­ten. Bei grösseren Unter­nehmen, wie Google oder Micro­soft, ist die Hoffnung auf kompetente Reaktionen meist aussichts­los. Leider hat sich die Spam­filter­situation bei Bluewin nicht verbes­sert. In den letzten Monaten sind wieder normale geschäft­liche Nach­richten, von meinem normalen Schweizer Mail­konto, bei einigen Kunden nicht an­ge­­­­kom­­­men oder im Spam gelandet. 

E-Mails lassen sich normaler­weise leicht testen. Ich benutze dafür den Mailtester: https://www.mail-tester.com/

Man sendet eine Nachricht an eine Mailtester-Adresse, und erhält eine Bewertung der Nachricht nach üblichen Kriterien. So kann ich sicherstellen, dass Nach­richten von mir und meinen Kunden gut bewertet und bei den meisten Empfängern nie im Spam landen. Bluewin hat eigene Regeln und keine Test­möglichkeit (Begründung: eine Testmöglichkeit würde Spammern helfen, die Filter zu umgehen). 

Auf Nachfrage habe ich erfahren, dass meine Mails Bilder enthalten, die von einem Google-Server stammen und angehängte PDFs URL-Shortener enthalten. Ich benutze GMail für den Versand, seit über zwei Jahr­zehnten ohne Probleme. GMail hängt meine Signatur an, mein Bild darin wird logischer­weise von Google ausgeliefert – für Bluewin ein Spamkriterium. 

Den URL-Shortener von Google verwende ich eben­falls seit vielen Jahren, als einfachen Link zu meinen Kunden­protalen. Ohne Shortener wären die Links sehr lang und häss­lich, das möchte ich meinen Empfängern nicht zumuten. Ausserdem finde ich es befremdlich, dass Bluewin meine geschäft­lichen PDFs scannt und mit solch frag­würdigen Kriterien beurteilt. (Inzwischen verwende ich für URL-Kürzung Joturl: https://joturl.com/)

Kurz: Wenn Sie möglichst wenig Spam­nachrichten in Ihrem Postfach haben möchten, ist Bluewin vielleicht eine gute Lösung. Aber rechnen Sie damit, dass Sie dann auch einen hohen Anteil seriöser Nach­richten aus Ihrem Spam­ordner fischen müssen.

Bei den meisten Hostern (auch bei denen, die ich für Mailboxen nutze) lässt sich die Empfindlich­keit des Spam­filters einstellen. So lässt sich ein guter Kompro­miss finden. Aus­serdem sind die eigenen Mails mit Mail­testern einiger­massen zuverläs­sig beurteilbar und Verbes­serungen meistens leicht möglich.

Ich werde meine Kunden in Zukunft vor der Nutzung der Mail­adressen von Bluewin warnen und soweit möglich nicht an solche Adres­sen versenden. Und bei wichtigen Nach­richten Bluewin­nutzer auf sicherem Weg bitten, im Spam nachzu­sehen.

So gerne ich Schweizer Anbieter nutze und unterstütze, der Spam­filter von Bluewin schiesst über’s Ziel hinaus. Leider nicht zu empfehlen.

Was auf Dauer helfen könnte: Falls Sie Bluewin nutzen und von diesem Problem betroffen sind, melden Sie sich bei Bluewin. Wenn dort genügend Meldungen eintreffen, werden die Filter vielleicht irgendwann korrigiert.